TIKB

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TIKB, (Türkiye İhtilalcı Komünistler Birliği - Kommunistische Revolutionäre Union der Türkei)

Leitung: Aktan İnce bis 1978

Gründung: 1978

Publikationen: Die legale Zeitschrift "Devrimci Proletarya" vor dem Putsch, und danach die legale Zeitschrift "Alın Teri" und die illegale Zeitschrift "Orak-Cekiç".

Ideologie und Ziele:

  • - Marxistisch-leninistischer Sozialismus
  • - Revolution durch einen Aufstand der Massen, unterstützt von einem bewaffneten Kampf

Organisationsentwicklung:

1974 bestand diese Gruppe unter der Bezeichnung Aktancılar, was sich auf Aktan İnce, einen der Anführer bezieht. Die Gruppe Aktancılar war 1975 an der Reorganisation der THKO beteiligt. Gegen 1978 haben sich die Aktancılar von der THKO getrennt. Der Grund dieser Abspaltung war nicht ideologischer, sondern eher organisatorischer Natur. Die Aktancılar kritisierten die THKO von 1978 wegen ihres Pazifismus und vertrat eine radikalere Linie. Die TDKP hat sie als separatistische Gruppe bezeichnet. Zwischen den beiden Organisationen gab es Auseinandersetzungen, die bis 1980 anhielten. Nachdem Aktan Ince sich von der Organisation getrennt hatte, nannte sich letztere TIKB. Wie viele andere Organisation erlitt die TIKB eine niederschmetternde Niederlage nach dem Putsch. Erst ab 1987/88 wurde die Organisation wieder aufgebaut und Aktivitäten in der Türkei und im Ausland wiederaufgenommen.

Publikationen:

Gegen Ende der 70er Jahre gab die TIKB eine legale Zeitschrift mit dem Namen "Devrimci Proleterya" heraus. Nach ihrer Reaktivierung in der zweiten Hälfte der 80er Jahre veröffentlichte sie zudem die legale Zeitschrift "Alın Teri" und die illegale Zeitschrift "Orak-Cekiç".

Hochburgen der Organisation:

In den großen Städten, vor allem in Istanbul, Adana und Izmir. Die bekannteste Aktion der Organisation war das von ihren militanten Angehörigen in Istanbul ausgeführte Attentat gegen einen Militärjeep, bei dem 1980 4 bis 5 Soldaten getötet wurden.

Verfolgungssituation: Nach dem Putsch von 1980 wurden Militante der Organisation verhaftet und schwer gefoltert. Die Militanten Osman Yoldaşçan, Fatih Oktülmüş (Mitglied des Zentralkomitees) und Remzi Basalak starben unter Folter. Weitere Personen wurden verhaftet und zu langen Zuchthausstrafen oder sogar zum Tode verurteilt. Die meisten Militanten befinden sich hingegen als Flüchtlinge in Europa.

Beim Hungerstreik vom Sommer 1996 haben die militanten Häftlinge der Organisation, Tahsin Yılmaz, Hicabi Küçük und Osman Akgün im Gefängnis ihr Leben verloren.

Urheberrechtlicher Hinweis: Alle Angaben sind dem Werk "Türkei-Turquie" der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH), Bern, April 1997 entnommen. Die Loseblattsammlung ist vergriffen. Deshalb waren die Autorin Denise Graf und der Autor Bülent Kaya ausdrücklich damit einverstanden, dass der Inhalt per Internet einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird. Im Text wurde weitestgehend die neue deutsche Orthographie benutzt. Es wurden keine inhaltlichen Veränderungen vorgenommen.